Versicherungen beim Hausbau

Wie im Abschnitt „Feuerrohbauversicherung“ bereits erwähnt, setzt ein Darlehen immer voraus, dass der Kreditnehmer das Objekt mindestens gegen Feuer versichert hat. Ist das Gebäude bezugsfertig, löst die Wohngebäudeversicherung die Rohbauversicherung ab. Die Wohngebäudeversicherung teilt sich wiederum in vier Sparten auf, die unabhängig voneinander abgesichert werden können. Versichert sind die Gebäudebestandteile, die im Vertrag angegeben werden. Dazu zählen alle fest mit dem Haus verbundenen Gegenstände, beispielsweise eine Pergola oder eine Sat-Schüssel. Darüber hinaus sind auch weitere Gebäude auf dem Versicherungsgrundstück, beispielsweise ein Gartenhaus oder eine Garage, Bestandteil der Police.

Versichert sind Schäden, die durch

  • Feuer/Blitz
  • Sturm/Hagel
  • Leitungswasser
  • Elementarschäden

hervorgerufen werden.

Für Solarzellen empfiehlt sich eine gesonderte Versicherung, auch wenn sie in die Wohngebäude eingeschlossen werden können. Für die vier aufgezählten Bereiche gilt, dass diese nicht die Wohnung oder die Wohnungen selbst betreffen, sondern nur außerhalb der Wohnungseingrenzung greifen. Für die Wohnung bietet die Hausratversicherung den notwendigen Schutz.

Feuer und Blitz

Die Definition dieses Sachverhaltes ergibt sich im Grunde aus der Begrifflichkeit. Für Feuer und Blitz gelten keine gesonderten Definitionen.

Sturm/Hagel

Für Sturmschäden gilt, dass mindestens Windstärke acht vorgelegen haben muss, damit ein Entschädigungsanspruch gegenüber der Versicherung besteht.

Leitungswasser

Ein Leitungswasserschaden kann sowohl im Gebäude selbst, beispielsweise durch Rohrbruch, auftreten, als auch auf dem Versicherungsgrundstück. Wachsen Baumwurzeln in die Wasserrohre und verstopfen diese, ist ein Rückstau des Abwassers die Folge und führte schon mehr als einmal zu überschwemmten Kellern. Die Folgeschäden erreichen schnell den fünfstelligen Bereich. Die Versicherer unterscheiden bei der Leitungswasserabsicherung sowohl zwischen Hauswand und Grundstücksgrenze in Bezug auf Ende des Versicherungsschutzes als auch zwischen Zu- und Ableitung.
Gegen Frostschäden an den Leitungen auf dem freien Grundstück können Sie nichts tun. Die Folge ist jedoch, dass der Garten aufgegraben und die Rohre freigelegt werden müssen – ein teurer Spaß, wie diejenigen bestätigen können, welche die Erfahrung einmal machten.

Elementarschäden

Geschichte wiederholt sich – dieser Satz ist uns in Bezug auf den Oderbruch und die beiden Jahrhundertfluten im Hinterkopf. Niemand hätte gedacht, dass sich die Katastrophe von 1997 im Jahr 2011 noch einmal wiederholen könnte. Und es war nicht das erste Mal. Diese Hochwasser fielen versicherungstechnisch unter den Begriff Elementarschäden. Zu Elementarschäden zählen auch Lawinen, Schlamm- und Gerölllawinen, aber auch der Sachverhalt des durch Starkregen hochgedrückten Gullideckels in der Waschküche. Ob eine Elementarschadenversicherung sinnvoll ist, hängt definitiv von der Lage des Hauses ab.

Die Prämienberechnung

Für die Prämienberechnung gibt es zwei Ausgangssituationen:

  • Entweder greift der Versicherer auf den 1914er-Wert zurück. Dieser gibt an, welchen Wert das Haus im Jahr 1914 hatte und wird unter Berücksichtigung des Anstiegs der Baukostenpreise Jahr für Jahr fortgeschrieben.

  • Alternativ dazu kann die Grundprämie auf der Basis der Quadratmeter oder des umbauten Raumes kalkuliert werden. Darauf aufbauend wird dann die Ausstattung des Objektes berücksichtigt, beispielsweise die Fenster, der Zustand der Versorgungsleitungen, das Dach oder ob eine Fußbodenheizung verlegt wurde.

Als ganz wichtig für die Grundprämie gilt die Postleitzahl. Diese hat keine Auswirkung auf den Beitrag in Bezug auf das Feuerrisiko, jedoch hinsichtlich der Sturmschäden, Elementar- und Leitungswasserschäden. Hoher Frost ist im Bayerischen Wald wahrscheinlicher als in Rheinland-Pfalz, Sturmschäden sind in den Hochlagen der Mittelgebirge eher möglich als in Frankfurt am Main in der Innenstadt.

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