Versicherungen beim Hausbau

Sie mögen sich fragen, welche Gefährdung von einem Haus ausgehen könnte. Die Frage ist nicht, welche Gefahr vom Haus ausgeht, sondern welche Gefährdung für Dritte durch eine Unachtsamkeit von Ihnen von ihrem Haus ausgehen kann. Einige Beispiele sollen Licht ins Dunkel bringen.

  • Ein häufiger Streitfall vor den Gerichten sind Schmerzensgeldforderungen aufgrund Verletzungen durch ungeräumte Fußwege. Immer wieder kommt es vor, dass Passanten auf verschneiten Fußwegen ausrutschen und den Hausbesitzer haftbar machen wollen.

  • Verfügt ihr Haus über kein Schneeauffanggitter am Dach und Schnee oder Eis rutschen ab, kann es zu Beschädigungen an Autos oder Verletzungen von Passanten kommen. Schadensersatzforderungen sind die Folge.

  • Auch wenn Heizöltanks zunehmend aus der Mode kommen, sollte an dieser Stelle auf das Umweltrisiko eines solchen Tankes hingewiesen werden. Tritt Öl aus und kontaminiert den Boden, ist der Eigentümer in der Haftung. Das Umweltschutzgesetz schreibt vor, dass kontaminierte Natur in den Originalzustand zurückversetzt werden muss.

Die Beispiele für Risiken, welche von einem Haus oder Grundstück ausgehen, ließen sich endlos fortsetzen. Umgestürzte Bäume, Ziegel, welche vom Dach rutschen und Autos oder Personen schädigen, das Gefährdungspotenzial, welches von ihrem Haus ausgeht, zeigt sich vielfältig.

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung – ein Muss?

Der Gesetzgeber schreibt nicht vor, dass Immobilienbesitzer eine solche Versicherung abschließen müssen. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ist häufig Bestandteil der Privathaftpflichtversicherung und deckt bis zu zwei Wohnungen oder Einfamilienhäuser ab. Haftpflichtversicherungen sind zwar nur in wenigen Ausnahmen, für Autos und einige Berufe, gesetzlich vorgeschrieben, gelten aber als wichtigste private Absicherung überhaupt. Gerechtfertigte Regressforderungen können den Verursacher finanziell ruinieren, gleich ob die Ursache aus einer Immobilie, der Ausübung eines Berufes oder einer privaten Tätigkeit resultiert. Kommen wir hinsichtlich der Immobilie noch einmal auf das erste Beispiel, den ungeräumten Fußweg vor dem Haus, zurück. Schmerzensgeld für eine geprellte Schulter ist noch die harmlosere Variante. Ein gebrochener Wirbel kann langfristige Forderungen, möglicherweise lebenslang, mit sich bringen. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht übernimmt zunächst die Prüfung der Anspruchsberechtigung des Geschädigten, nimmt in diesem Sinn praktisch die Funktion der passiven Rechtsschutzversicherung wahr. Bestehen die Forderungen zu Recht, leistet sie den Schadensersatz.

Die Prämienkalkulation

Die Beiträge für die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sind für eine selbst genutzte Immobilie marginal, sofern nicht bereits in der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt. Für fremdvermietete Immobilien ermittelt sich der Beitrag aus dem Jahresmietertrag. Das Umweltrisiko ist kein automatischer Einschluss, sondern kann gegen einen Prämienaufschlag in die Police eingeschlossen werden.

 

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